Die Fußhaut des Diabetikers: neue Komplikationen, aber auch neue Lösungen!

Unsere Füße gehören zu den am meisten beanspruchten Körperteilen. Schnell kann unpassendes Schuhwerk zu bösen Überraschungen wie Druckstellen und Wunden führen. Vor allem Diabetiker müssen dabei auf eine gute Fußgesundheit achten, denn tückisch an der Volkskrankheit sind die häufigen Spätfolgen von Diabetes mellitus. Oft leiden die Betroffenen unter trockenen und juckenden Füßen. Die Hautbarriere ist geschwächt.

In diesem Blogbeitrag erfahren Sie mehr über den Krankheitsverlauf von Diabetes mellitus, welche Komplikationen bei einer diabetischen Fußhaut auftreten können und welche Behandlungsstrategien angewendet werden können.

Krankheitsverlauf von Diabetes mellitus

Eine der häufigen Folgen im späteren Verlauf von Diabetes mellitus ist die trockene und juckende Haut am Fuß. Sie entsteht als Folge einer autonomen Neuropathie, die dazu führt, dass die Schweiß- und Talgdrüsen am Fuß nicht mehr optimal, bis gar nicht angesteuert werden. Dies wiederum führt zu geringer bis keiner Schweiß- und Talgproduktion. Das Gemisch aus Schweiß und Talg „beliefert“ letztendlich auch die extrazelluläre Lipidmatrix (der „Mörtel“ im „Mauermodell“), zumal auf der Unterseite des Fußes keine Talgdrüsen vorhanden sind und dieser Faktor durch eine entsprechende Talg- und Schweißproduktion auf der Oberseite des Fußes kompensiert werden muss. In den Patientenleitlinien zur Behandlung von Fußkomplikationen bei Diabetes mellitus Typ 2 findet man wenig zur Behandlung trockener diabetischer Fußhaut. Immerhin den Hinweis, dass man harnstoffhaltige „Emulsionen oder Pflegeschäume“ nutzen sollte, und je trockener die Haut, desto öfter solle man cremen1. Zahllose Studien zeigen, dass dieses Konzept insoweit aufgeht, als dass sich der Feuchtigkeitsgehalt der Haut steigern lässt, allerdings nicht nachhaltig. Dies lässt sich z.B. über die Corneographie (Feuchtigkeit) oder den TEWL (transepidermaler Wasserverlust) belegen, insbesondere dann, wenn die Präparate entsprechende Feuchthaltefaktoren wie Panthenol, Urea oder Pentavitin enthalten.

Komplikationen bei der diabetischen Fußhaut

In letzter Zeit nimmt allerdings die Zahl der Veröffentlichungen zu, die sich mit weiteren Komplikationen der diabetischen Fußhaut beschäftigen. So konnte z.B. gezeigt werden, dass Diabetiker im Vergleich zu nicht-Diabetikern eine verminderte Nervendichte in der Epidermis am Fuß, am Unterschenkel und am Oberschenkel haben2. In der gleichen Arbeit wurde festgestellt, dass bei Diabetikern ein bestimmtes Stützeiweiß in deutlich geringerer Menge produziert wird. Die Folge ist eine höhere Instabilität der Epidermis. In die gleiche Richtung zeigt die Aktivität spezieller Eiweiße, die zusätzlich für Instabilität sorgen2. Diese Aktivität dürfte zu einer weiteren Schwächung der Hautbarriere beitragen.
Das bedeutet, dass das bisherige Konzept, der trockenen Haut Feuchtigkeitsfaktoren zuzuführen, zwar grundsätzlich nicht falsch ist, es aber ergänzt werden muss (mal abgesehen vom „Zehenzwischenraum-Problem“). Denn die defekte Haut bei Diabetikern zeigt im Elektronenmikroskop als Folge der vielschichtigen Veränderungen z.T. große Lücken in der intrazellulären Lipidmatrix, also der Masse, die sich zwischen den Korneozyten der Hautbarriere befindet. Aufgrund dieser Lücken geht Feuchtigkeit nach außen verloren, was dazu führt, dass die Haut immer trockener wird. Zudem besteht die Gefahr, dass Keime über diesen Weg eindringen und Infektionen verursachen. Und die Lücken in der Lipidmatrix können nicht mit Feuchthaltefaktoren geschlossen werden!

Behandlungsstrategien

Das Schließen der Lücken – und damit die komplette Reparatur der Hautbarriere gelingt mit Präparaten zur Behandlung der diabetischen Fußhaut, die sogenannte hautverwandte, biomimetische Lipide enthalten. Diese speziellen Lipide formen die notwendigen Strukturen, die nachweislich für eine nachhaltige Reparatur der Hautbarriere sorgen. Als Folge davon normalisieren sich Hautfeuchtigkeit und Transepidermaler Wasserverlust innerhalb von nur 4 Wochen auf die Werte nicht-diabetischer gesunder Haut3. Zusätzlich konnte mit diesen Präparaten gezeigt werden, dass durch die biomimetischen Lipide die Hautbarriere angeregt wird, sich selbst zu regenerieren. Zugleich können diese Präparate auch in den Zehenzwischenräumen eingesetzt werden, ohne dass das Infektionsrisiko steigt.

Literatur

1Patientenleitlinie "Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes: Präventions- und Behandlungsstrategien für Fußkomplikationen". Stand 11.2006. In Revision. AWMF online
2 Tahrani AA, Zeng W, Shakher J, Piya MK, Hughes S, Dubb K, Stevens MJ. Cutaneous structural and biochemical correlates of foot complication in high-risk diabetes. Diabetes Care 2012;35(9):1913-1918
3 Dähnhardt D, Dähnhardt-Pfeiffer S, Schulte-Walter J, Neubourg T, Hanisch E, Schmetz C, Breuer M, Fölster-Holst R. The influence of two different foam creams on skin barrier repair of foot xerosis. A prospective, double blind, randomized, placebo controlled intra-individual study. Skin Pharm Physiol 2016;29(5):266-272

Autor: neubourg skin care GmbH

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